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        Man hat das Gefühl die App ist seit dem Wochenende der neueste Hype und jeder ist neugierig geworden…Sie hat einiges vor, möchte wenn sie mal groß ist Instagram ablösen. Aber  was genau ist Vero? Warum meldet sich plötzlich jeder dort an und was kann die App, was Instagram nicht kann? Ich bin seit ca. 24 Stunden dort angemeldet, habe mich inzwischen ein wenig mit ihr auseinandergesetzt und möchte euch meine ersten Erfahrungen und Einschätzungen zu der App hier einmal ausführlich schildern.

        Was ist Vero TRUE SOCIAL?

        Spätestens seit dem Wochenende dürfte “Vero” jedem ein Begriff sein, denn es gab (gerade unter den Hochzeitsfotografen/-innen) einen wahren Vero-Boom. Eine plötzliche Welle der Euphorie ging durch die Reihen und auf einmal war sie da! Eine scheinbar brandneue Social Media App, die durch ihre rasant anwachsende Nutzerzahl bei vielen die Neugier geweckt hat! Jeder möchte dabei sein, keiner den Trend verpassen – Dabei gibt es die App bereits seit 2015 nur keiner von uns hat es mitbekommen ;). Über Nutzerzahlen und Statistiken konnte ich zwar bisher leider nichts finden, aber man kann davon ausgehen, dass der Anstieg der Vero-Nutzer zurzeit enorm ist, da die App zeitweise keine neuen Anmeldungen bearbeiten und man wegen Überlastung auch keine Bilder posten konnte. Etwas enttäuschend und sicherlich nicht der beste erste Eindruck aber inzwischen ist klar: die Entwickler haben nicht mit einer so schnell ansteigenden Nutzerzahl gerechnet und es wird sicherlich noch eine ganze Zeit dauern, bis die App bugfrei läuft. Aber wie sagt man? Gut Ding will Weile haben und wenn Vero eine echte Alternative zu Instagram darstellt, bin ich gern bereit zu warten :)

        WAS MACHT DIE APP SO INTERESSANT?

        Warum wird man aber das Gefühl nicht los, dass die verzweifelten Stimmen nach Alternativen immer lauter werden? Die Antwort lautet: Algorithmen! Der Spielverderber aller Social Media Plattformen. Nachdem Facebook durch immer strengere Algorithmen und eine stetig abnehmende Sichtbarkeit bereits 2015 anfing sein eigenes Grab zu schaufeln, ist nun auch Instagram auf dem besten Weg dorthin. Bereits vor einigen Monaten häuften sich die ersten Beschwerden vieler Insta-Nutzer über fehlendes Engagement und stagnierende Follower-Zahlen. Schuld sei der neue Instagram Algorithmus, der viele User enorm beeinträchtige. Auch ich muss sagen, dass ich es deutlich spüre und echt manchmal ziemlich genervt davon bin. Daran merkt man einfach, dass Instagram inziwischen unter dem Namen Zuckerberg läuft…

        Vero fährt ein Gegenprogramm zu den Social Media Giganten. Der Name (“Vero” ist das italienische Wort für “echt, wahrhaftig, wirklich”) ist gleichzeitig auch die Vision des App-Entwickler-Trios: Eine freie Social Media Plattform frei von Algorithmen & Restriktionen, finanziert durch kleine Jahresbeiträge der Nutzer (für die erste Million Nutzer ist die App kostenfrei) anstatt durch Werbeeinnahmen.

        Was bedeutet das für den Nutzer? Fakt ist: Wenn du etwas auf Instagram postest, wird dein Post voraussichtlich nur ungefähr 10% deiner Follower angezeigt. Bekommst du allerdings viele Kommentare und Likes innerhalb der ersten Stunde nach Veröffentlichung wird dein Post auch dem Rest deiner Follower angezeigt. Zeigt dein Post aber bereits bei den ersten 10% keinen großartigen Erfolg, werden die restlichen 90% ihn erst gar nicht zu Gesicht bekommen (es sei denn natürlich du pumpst ordentlich Geld rein, damit dein Post “hervorgehoben” wird…). Zusätzlich hierzu werden die gesetzten Hashtags nun nicht mehr chronologisch, sondern ebenfalls offenbar völlig willkürlich angezeigt. Nur zwei der vielen Änderungen, die der neue Algorithmus mit sich brachte. Für die meisten Nutzer hinterlässt er einen bitteren Nachgeschmack, erinnert er uns doch ein wenig an die Entwicklung von Facebook, die es einem als User irgendwann kaum noch möglich machte sichtbar zu sein, ohne dafür Werbekosten zu zahlen. Bei Instagram passiert gerade das gleiche in grün und ich bin genervt davon, dass meine Community kaum noch erreicht wird, wenn ich nicht im permanenten Kontakt stehe, like, kommentiere und bewerbe wie eine Wahnsinnige. Bei Vero hingegen bekommt man Posts chronologisch angezeigt und wird nicht restringiert, wenn man zu wenig Enganement zeigt – Eine transparente Gewichtung also. Eine “Bewerben-Funktion” gibt es nicht und wird es auch laut Entwickler nie geben, denn die werbefreie Zone ist ja genau der USP der App. Eigentlich kann man sagen, dass Vero wie eine frühe Version von Instagram funktioniert. Keine Werbung, keine Datensammelei! Es wird nicht kuratiert und Beiträge werden nicht zurückgehalten. Der Nutzer muss nur lange genug scrollen…

        Werbefreie Zone heisst übrigens nicht, dass man die App für sich als Unternehmen nicht nutzen kann – Im Gegenteil. Durch die Option Links in Posts einzubinden, bietet es sich sogar an (denn das ist bei Instagram zB nicht möglich) sein Produkt oder seine Dienstleistung zu bewerben und sogar über die App einen Direktkauf anzubieten. Die “werbefreie Zone” bezieht sich nur auf das Geschäftsmodell der App selbst. Weiterer Vorteil: Man kann bei Vero privates und geschätliches wunderbar miteinander kombinieren, da man seine Follower in vier verschiedene Kontaktgruppen einteilen kann und somit selbst entscheidet, welcher Inhalt für welche Gruppe sichtbar sein soll. Für mich als Fotografin, Onlineshop-Betreiberin und Workshop Veranstalterin bedeutet das zB, dass ich meine grundauf verschiedenen Zeilgruppen besser abgrenzen und gezielt relevante Inhalte teilen kann, ohne dies erst in einer Werbeanzeige zu definieren.

        Welche Nachteile gibt es?

        Momentan ist die App leider noch ziemlich buggy. Man merkt, sie steckt noch in den Kinderschuhen und kann bei Weitem nicht in Sachen Performanz und Benutzerfreundlichkeit mit dem Social Media Giganten Instagram mithalten. Durch die enorme Welle an neuen Nutzern ist die App leicht überfordert und bringt sie gefühlt an ihre Grenzen. Anmeldungen waren gestern teilweise wegen Überlastung nicht mehr möglich und Bilder können auch zur Zeit nur mit etwas Glück gepostet werden. Die Bedienung ist nicht ganz so intuitiv wie bei Instagram, aber vielleicht ist das auch nur eine reine Gewohnheit. und man hat noch keinen genauen Überblick, wie es sich mit dem Verbinden und Folgen anderer Nutzer verhält, welche der beiden Varianten die wertvollere ist und in wie fern diese App überhaupt die Chance hat, jemals ein würdiger Konkurrent zu Instagram zu werden.

        Fazit

        Vero präsentiert sich als eine Art Hybrid aus Facebook und Instagram, was die verschiedenen Post-Typen (Foto, Musik, Video & Links) mit der Benutzerführung & die intuitive Nutzung von Hashtag von Instagram kombiniert. Der größte Unterschied besteht aber in der Werbefreiheit und der Kuratierung der Posts. Die App hat noch einige Bugs und ist teilweise noch nicht 100%ig durchdacht, für mich ist aber klar: Ich werde ihr eine Chance geben, weil ich von dem Konzept dahinter überzeugt bin und denke, dass es funktionieren kann! Ich bin übrigens  nicht der Typ, der gleich auf jeden Trendzug aufspringt und alles mitmacht, was gerade so angesagt ist (Snapchat beispielweise hat sich mir nie eröffnet und ich habe darin keinerlei Mehrwert für mein eigenes Business gesehen.) Ich lehne aber auch nicht gleich alles ab, was neu ist, sondern hinterfrage das Konzept und versuche einen Mehrwert für mein eigenes Unternehmen daraus zu ziehen. In dem Fall von Vero erschließt sich mir der Mehrwert sofort und löst für ein Problem, was mich immer mehr nervt und mich fühlen lässt, als würde man mich von Werbefinanzierungen abhängig machen wollen. Ich denke jeder muss für sich selbst entscheiden, welche Social Media Kanäle für ihn die richtigen sind und sicherlich sollte man immer kritisch hinterfragen, welchen Mehrwert für einen persönlich rausspringt. Ich für meinen Teil hoffe, dass sich eine freie Social Media Plattform durchsetzen kann und den Werbegiganten mal ordentlich auf die Füße tritt! :) GO VERO! Follow me >> Vicky Baumann